Mögliche Ursachen
- Chronischer Stress und Erschöpfung – dauerhaft erhöhtes Cortisol versetzt den Körper in den Überlebensmodus, und das Verlangen tritt in den Hintergrund.
- Zu wenig Schlaf – schon einige Wochen mit zu kurzem Schlaf können den Testosteronspiegel bei Männern wie bei Frauen senken.
- Hormonelle Veränderungen – niedriges Testosteron, erhöhtes Prolaktin, Östrogenschwankungen nach der Geburt, in der Stillzeit oder in der Perimenopause.
- Medikamente – manche Antidepressiva, hormonelle Verhütungsmittel oder Blutdruckmedikamente können die Libido dämpfen.
- Schilddrüse und Eisen – eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein niedriger Ferritinwert gehen häufig mit Müdigkeit und geringerem Verlangen einher.
- Routine und psychische Belastung – Sorgen, Kinder, Arbeit und wenig Zeit zu zweit wirken sich auch in einer guten Beziehung aus.
Was Sie überprüfen sollten
- Hormone – Testosteron (auch freies) und SHBG, bei Frauen Östradiol und Progesteron je nach Zyklusphase, Prolaktin.
- Schilddrüse – TSH, gegebenenfalls fT4, wenn zusätzlich Müdigkeit oder Kälteempfindlichkeit bestehen.
- Ferritin und Vitamin D – ein Mangel zeigt sich oft in wenig Energie und geringerem Interesse an Intimität.
- Schlaf und Stress – beobachten Sie Ihre Schlafdauer und wie Sie sich morgens fühlen – ein günstiger und aussagekräftiger Indikator.
Was hilft
- Schlaf an erster Stelle – 7–9 Stunden zu regelmäßigen Zeiten sind die Grundlage des hormonellen Gleichgewichts.
- Krafttraining – zwei bis drei Einheiten pro Woche unterstützen Hormone, Selbstvertrauen und Körperwahrnehmung.
- Umgang mit Stress – kurze Atemübungen, Spaziergänge bei Tageslicht und klare Grenzen bei der Arbeitszeit.
- Zeit für die Beziehung – geplante Zeit zu zweit ohne Handy und ein offenes Gespräch über Bedürfnisse.
- Ernährung – ausreichend Eiweiß, gesunde Fette und Zink; weniger Alkohol, der sowohl das Verlangen als auch die Leistungsfähigkeit dämpft.
Wann zum Arzt
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn die Libido plötzlich nachgelassen hat, der Zustand länger als einige Monate anhält, von ausgeprägter Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Ausfluss aus den Brustwarzen oder Zyklusstörungen begleitet wird oder mit dem Beginn eines neuen Medikaments zusammenhängt. Setzen Sie Medikamente nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.