Was der Wert bedeutet
Testosteron wird in nmol/l angegeben und schwankt im Tagesverlauf – morgens ist es meist am höchsten. Labore verwenden für Männer unterschiedliche Bereiche, oft etwa 8–30 nmol/l, und beziehen auch ältere Männer ein; ein Wert „knapp im Normbereich“ ist für einen 30-Jährigen daher nicht unbedingt optimal. Entscheidend ist, wie der Wert zu Beschwerden wie Müdigkeit, geringerer Libido oder Muskelabbau passt. Bei Frauen liegen die Werte deutlich niedriger und werden anders beurteilt.
Mögliche Ursachen
- Zeitpunkt der Abnahme – eine Abnahme am Nachmittag, nach einer Nachtschicht oder während einer Erkrankung kann den Wert nach unten verzerren.
- Schlaf – dauerhaft kurzer Schlaf oder eine unbehandelte Schlafapnoe senken Testosteron nachweislich.
- Übergewicht und Insulinresistenz – viszerales Fett und hohes Insulin gehören zu den häufigsten Ursachen bei jungen Männern.
- Energiedefizit und Übertraining – strenge Diäten, sehr niedriger Körperfettanteil und viel Training ohne Erholung dämpfen die Hormonbildung.
- Medikamente und Substanzen – Opioide, manche Psychopharmaka, Alkohol und vor allem frühere Anabolika können die Bildung lange unterdrücken.
- Erkrankungen – Störungen der Hoden oder der Hypophyse, erhöhtes Prolaktin oder Eisenüberladung sollten ärztlich ausgeschlossen werden.
Was Sie tun können
- Messung wiederholen – morgens zwischen 7 und 10 Uhr, nüchtern, nach gutem Schlaf; SHBG, freies Testosteron, LH, FSH und Prolaktin ergänzen.
- 7–9 Stunden Schlaf – regelmäßiger Rhythmus; bei Schnarchen und Tagesmüdigkeit an eine Schlafuntersuchung denken.
- Krafttraining und Bewegung – zwei bis drei Krafteinheiten pro Woche und tägliches Gehen verbessern Insulinempfindlichkeit und Hormone.
- Körpergewicht – bei Übergewicht steigt Testosteron meist schon durch eine moderate Gewichtsabnahme.
- Ernährung und Alkohol – ausreichend Eiweiß, Zink und Vitamin D aus der Nahrung, weniger Alkohol; „Testosteron-Booster“ sind meist schwach belegt.
Wann zum Arzt
Gehen Sie zum Arzt (Hausarzt, Endokrinologe oder Urologe), wenn der niedrige Wert wiederholt bestätigt ist oder deutliche Beschwerden, Fruchtbarkeitsprobleme, kleiner werdende Hoden oder eine Brustvergrößerung bestehen. Nehmen Sie Testosteron oder andere Hormone nicht eigenmächtig – sie können die Fruchtbarkeit unterdrücken. Setzen Sie Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache ab.