Was der Wert bedeutet
Der HbA1c (glykiertes Hämoglobin) spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten etwa 2–3 Monate wider. 5,8 % entsprechen 40 mmol/mol. Die Grenzen für Prädiabetes sind nicht einheitlich: Die American Diabetes Association nennt 5,7–6,4 % (39–47 mmol/mol), eine WHO-Expertengruppe sieht erst 6,0–6,4 % als hohes Risiko, und die Referenzbereiche der Labore unterscheiden sich. Diabetes wird ab 6,5 % (48 mmol/mol) diagnostiziert, nach Bestätigung durch eine Wiederholungsmessung. Aus Sicht der Prävention gilt jedoch: Das Risiko für Diabetes und Gefäßerkrankungen steigt bereits im oberen Teil des „Normalbereichs“ allmählich an. Verfälscht werden kann das Ergebnis durch Eisenmangel, Blutarmut, Nierenerkrankungen, kürzlichen Blutverlust oder bestimmte Hämoglobinvarianten.
Mögliche Ursachen
- Verminderte Insulinempfindlichkeit – meist verbunden mit Bauchfett, Bewegungsmangel und viel Sitzen.
- Ernährung – viele gesüßte Getränke und raffinierte Kohlenhydrate, wenig Ballaststoffe.
- Schlaf und Stress – kurzer Schlaf und Dauerstress verschlechtern die Blutzuckerregulation.
- Genetik und Alter – Diabetes in der Familie und höheres Alter erhöhen das Risiko.
- Messverfälschung – Eisenmangel kann den HbA1c fälschlich erhöhen.
Was Sie tun können
- Weitere Untersuchungen – Nüchternglukose, eventuell Insulin und, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt, ein oraler Glukosetoleranztest.
- Bewegung – mindestens 150 Minuten zügige Aktivität pro Woche plus zwei Krafteinheiten; auch ein kurzer Spaziergang nach dem Essen hilft.
- Gewicht – bei Übergewicht verlangsamte eine Abnahme um 5–7 % in Studien den Übergang zum Diabetes deutlich.
- Ernährung – Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn und ausreichend Eiweiß; gesüßte Getränke und Weißbrot einschränken.
- Kontrolle – den HbA1c nach 3–6 Monaten wiederholen, um zu sehen, ob die Änderungen wirken.
Wann zum Arzt
Besprechen Sie den Wert mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, besonders bei Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, Diabetes in der Familie oder früherem Schwangerschaftsdiabetes. Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei starkem Durst, häufigem Wasserlassen, unerklärlichem Gewichtsverlust oder verschwommenem Sehen.