Was der Wert bedeutet
Lipoprotein(a) ist ein LDL-ähnliches Partikel mit einem zusätzlichen Eiweiß, das Cholesterinablagerungen in den Gefäßen, Entzündung und Gerinnung fördert. Sein Spiegel wird weitgehend von den Genen bestimmt, weshalb die europäischen Leitlinien (ESC/EAS) empfehlen, Lp(a) bei jedem Erwachsenen mindestens einmal im Leben zu messen. Labore geben es in mg/dl oder nmol/l an, und diese Einheiten lassen sich nicht exakt umrechnen. Laut EAS-Konsens ist das Risiko ab etwa 50 mg/dl (rund 105–125 nmol/l) deutlicher erhöht und steigt mit höheren Werten weiter. Ein Wert „im Normbereich“ bedeutet also kein Nullrisiko – entscheidend ist die Summe aller Faktoren.
Mögliche Ursachen
- Genetik – die mit Abstand häufigste Ursache; Eltern, Geschwister und Kinder haben oft ähnliche Werte.
- Wechseljahre – mit sinkendem Östrogen kann Lp(a) leicht ansteigen.
- Nierenerkrankungen – können den Spiegel erhöhen.
- Schilddrüsenunterfunktion – kann den Wert leicht anheben.
- Akute Entzündung – Lp(a) kann vorübergehend schwanken, daher sollte man nicht während einer Erkrankung messen.
Was Sie tun können
- LDL und ApoB senken – bei hohem Lp(a) ist ein niedriges LDL umso wichtiger.
- Blutdruck und Zucker kontrollieren – regelmäßige Blutdruckmessung zu Hause und HbA1c.
- Nicht rauchen und aktiv bleiben – senkt nicht das Lp(a), aber das Gesamtrisiko.
- Mediterrane Ernährung – Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Olivenöl, wenig verarbeitetes Fleisch.
- Familie informieren – Verwandte ersten Grades sollten Lp(a) ebenfalls messen lassen.
- Vorsicht bei Versprechen – kein Nahrungsergänzungsmittel senkt Lp(a) zuverlässig; gezielte Medikamente werden noch in klinischen Studien untersucht.
Wann zum Arzt
Besprechen Sie ein erhöhtes Lp(a) mit Ihrem Arzt, idealerweise mit einem Kardiologen oder Lipidspezialisten, besonders wenn Sie zusätzlich ein höheres LDL, Bluthochdruck, Diabetes oder frühe Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie haben. Ihr Arzt legt nach dem Gesamtrisiko die LDL-Ziele fest und entscheidet über eine mögliche Behandlung.