Was der Wert bedeutet
Ein Nüchterninsulin von 15 mIU/l (etwa 90 pmol/l) liegt in den meisten Laboren noch im Referenzbereich, der meist sehr breit ist – oft bis etwa 20–25 mIU/l. Die Messmethoden für Insulin sind zwischen Laboren nicht standardisiert, die Ergebnisse können daher abweichen. Aus Sicht der Prävention ist die Kombination mit der Glukose aufschlussreich: HOMA-IR = Glukose (mmol/l) × Insulin (mIU/l) / 22,5. Bei einer Glukose von 5,0 mmol/l ergibt sich etwa 3,3. Die Grenzwerte für HOMA-IR unterscheiden sich je nach Studie und Bevölkerung (häufig wird ein Bereich um 2–3 genannt), es handelt sich also um eine Orientierung, nicht um eine Diagnose. Ein erhöhtes Insulin bei normalem Blutzucker kann einem Anstieg des Zuckers jedoch um Jahre vorausgehen.
Mögliche Ursachen
- Bauch- und Leberfett – viszerales Fett und Fettleber gehören zu den häufigsten Ursachen.
- Wenig Bewegung – Muskeln sind die Hauptabnehmer der Glukose; viel Sitzen senkt die Insulinempfindlichkeit.
- Ernährung – häufig Süßes und gesüßte Getränke, raffinierte Kohlenhydrate, spätes Essen kurz vor der Blutabnahme.
- Schlaf und Stress – kurzer Schlaf und mehr Cortisol verschlechtern die Insulinempfindlichkeit.
- Hormonelle Faktoren – polyzystisches Ovarsyndrom, Schilddrüsenunterfunktion, manche Medikamente.
- Unvollständiges Fasten – weniger als 8–12 Stunden ohne Essen erhöhen den Wert fälschlich.
Was Sie tun können
- Weitere Untersuchungen – HbA1c, Lipidprofil (Triglyceride, HDL), Leberwerte und auf ärztlichen Rat ein Glukosetoleranztest.
- Taille messen – der Taillenumfang ist ein einfacher und aussagekräftiger Hinweis auf Bauchfett.
- Kraft- und Ausdauertraining – die Kombination verbessert die Insulinempfindlichkeit schon nach wenigen Wochen.
- Ernährung – ausreichend Eiweiß und Ballaststoffe, weniger Gesüßtes und stark Verarbeitetes; bei Übergewicht hilft eine moderate Gewichtsabnahme.
- Schlaf – regelmäßig 7–9 Stunden.
- Kontrolle – Insulin und Glukose nach 3–6 Monaten unter gleichen Bedingungen wiederholen.
Wann zum Arzt
Besprechen Sie den Wert mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Triglyceride, eine Fettleber, einen unregelmäßigen Zyklus, Diabetes in der Familie oder einen HbA1c im oberen Bereich haben. Bei starkem Durst, häufigem Wasserlassen oder unerklärlichem Gewichtsverlust gehen Sie bitte umgehend zum Arzt.