Was der Wert bedeutet
Homocystein ist eine Aminosäure, die beim Abbau von Methionin entsteht; für die Weiterverarbeitung braucht der Körper Vitamin B12, Folat und B6. Die Obergrenze des Referenzbereichs liegt je nach Labor meist zwischen 12 und 15 µmol/l und steigt mit dem Alter, sodass 14 µmol/l auf Ihrem Befund noch „normal“ sein kann. In großen Bevölkerungsstudien sind höhere Werte jedoch mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und kognitiven Abbau verbunden. Wichtige Einschränkung: Studien, in denen Homocystein mit B-Vitaminen gesenkt wurde, zeigten keine eindeutig geringere Zahl an Herzinfarkten; ein Nutzen für Schlaganfall und Gehirn zeigte sich nur in bestimmten Gruppen. Homocystein ist daher vor allem ein nützlicher Marker, der zur Ursache führt.
Mögliche Ursachen
- Vitamin-B12-Mangel – häufig bei pflanzlicher Ernährung, im höheren Alter und bei Langzeiteinnahme mancher Medikamente.
- Wenig Folat und B6 – wenig Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn.
- Nierenfunktion – ist sie eingeschränkt, steigt Homocystein.
- Genetik – manche Varianten des MTHFR-Gens erhöhen Homocystein, vor allem bei geringer Folatzufuhr.
- Lebensstil – Rauchen, höherer Alkoholkonsum, Bewegungsmangel.
- Schilddrüsenunterfunktion – kann Homocystein leicht erhöhen.
Was Sie tun können
- Weitere Untersuchungen – B12 (idealerweise auch Holo-Transcobalamin oder Methylmalonsäure), Folat, Kreatinin und TSH.
- Ernährung – Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn; B12-Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte.
- Pflanzliche Ernährung – bei veganer Ernährung ist eine B12-Ergänzung notwendig, keine Option.
- Nahrungsergänzung – ein B-Vitamin-Komplex ist vor allem bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll; die Auswahl mit Ärztin, Arzt oder Apotheke besprechen.
- Kontrolle – Homocystein nach 2–3 Monaten nüchtern wiederholen.
Wann zum Arzt
Gehen Sie zum Arzt, wenn B12 oder Folat niedrig sind, bei Kribbeln in Händen und Füßen, Gedächtnisproblemen, Blutarmut, Nierenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie oder bei deutlich erhöhtem Homocystein (über 20 µmol/l). Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auch über Ihre Medikamente.